Der Drache, der im Schornstein schlüpfte
Erzählt auf Schwedisch, Englisch, Norwegisch
Mitlese-Text auf Deutsch, Englisch, Schwedisch, Norwegisch, Dänisch, Finnisch und Spanisch.
Erzählt auf Schwedisch, Englisch, Norwegisch
Mitlese-Text auf Deutsch, Englisch, Schwedisch, Norwegisch, Dänisch, Finnisch und Spanisch.
In einem kleinen Dorf, zwischen den Hügeln, stand eine Bäckerei mit blauer Tür. Jeden Morgen duftete es dort nach frischem Brot. Die Bäckerin hieß Alma. Sie war alt und hatte weiße Locken und Mehl auf der Nase. Jede Nacht schlief die Bäckerei ganz still. Nur der Ofen brummte leise, wie ein schläfriger Bär. Und oben auf dem Dach stand ein langer Schornstein und träumte von Rauch.
Eines Morgens, bevor die Sonne aufging, holte Alma ihren langen Schornsteinbesen. Sie fegte und fegte. Der Ruß rieselte in einen weichen Haufen auf den Boden. Mitten im Haufen lag etwas Rundes. Es war kein Stein. Es war kein Stück Kohle. Es war ein Ei. Ein kleines, kupferfarbenes Ei, warm wie ein Brötchen. Alma hockte sich hin und legte den Kopf schief. 'Ei sieh mal an,' sagte sie leise.
Alma hob das Ei vorsichtig in ihre Schürze. Es knackte. Knack, knack, knack. Ein kleiner Riss kam. Dann noch einer. Und noch einer. Heraus lugte eine flauschige Schnauze. Dann zwei große gelbe Augen. Dann ein ganzer kleiner Drache, nicht größer als ein Kätzchen, mit glänzenden Kupferschuppen und einem Schwanz, so dünn wie ein Streichholz. Er sah Alma an. Er sah das Mehl an. Er nieste. Hatschi!
Alma erschrak nicht. Sie hatte in ihrem langen Leben viel Seltsames gesehen. Sie wischte dem kleinen Drachen behutsam den Ruß mit einem weichen Tuch ab. Seine Schuppen glitzerten wie neue Kupfermünzen. 'Du bist ja warm wie ein Glutfunke,' sagte sie und lächelte mit dem ganzen Gesicht. 'Dann sollst du Glutfunke heißen.' Der kleine Drache kletterte in ihre faltige Hand. Er piepste zurück, so leise und weich wie ein Teekessel.
Glutfunke sah sich mit großen Augen um. Die Bäckerei war groß und warm und voller Düfte. Er sah hohe Mehlsäcke. Er sah lange Brotformen in einer Reihe. Er sah einen großen schwarzen Ofen mit einem roten glühenden Mund. Er nieste wieder. Doch diesmal kam kein Ruß aus seiner Nase. Es kam ein kleiner warmer Hauch. Wie ein Sommerwind. Das Mehl auf dem Tisch bewegte sich sanft. Es wirbelte hoch wie ein kleiner Schneefall.
Alma hielt inne und runzelte die Stirn. 'Ein warmer Hauch...' sagte sie nachdenklich. Auf dem Tisch ruhte ein Teig unter einem Tuch. Er war klein und blass und faul. Er wollte heute nicht aufgehen. Er hatte die ganze Nacht dort gelegen, ohne größer zu werden. 'Glutfunke,' flüsterte Alma und hob ihn hervor. 'Kannst du ihn anhauchen?' Glutfunke legte den Kopf schief. Er holte tief Luft. Dann pustete er. Huuu.
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