Die Maus in den warmen Bädern

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Die Sonne sank hinter den hohen Mauern hinab. Das orangefarbene Licht schlich sich die Steine entlang und verschwand. Die großen Bäder waren für den Abend geschlossen. Die Tore waren geschlossen. Die Lampen brannten schwach. Alle Badegäste waren nach Hause gegangen. Das Lachen und Reden war verstummt. Nur die Stille blieb übrig. Alle außer einem.

Es war eine kleine graue Maus namens Pippa. Sie wohnte in einem Riss hinter einer Mosaikwand. Der Riss war genau groß genug für eine kleine Maus. Der Abend gehörte ihr. Das Bad gehörte ihr. Tassetass, tassetass. Ihre kleinen Pfoten waren leise auf dem kalten Steinboden. Schnüff, schnüff. Sie atmete den Geruch alter Steine und warmen Wassers ein.

Tassetass, tassetass. Pippa lief durch die große Säulenhalle. Die Säulen waren so dick wie drei Bären nebeneinander. Ihre Pfoten hallten leise auf dem Steinboden. Sie reckte das Kinn hoch. Ihre Nase zuckte. Schnüff, schnüff. Was roch da so? Etwas Gutes. Etwas Warmes. Etwas, das von weiter drinnen im Bad kam.

Brotkrümel! Da, auf dem Boden neben einer Bank, lagen drei runde Brotkrümel. Pippa setzte sich. Sie schnüffelte an dem ersten. Schnüff, schnüff. Mmm. Sie aß ihn. Mhm. Sie schnüffelte an dem zweiten. Mmm, mmm. Sie aß auch diesen. Mhm, mhm. Den dritten beschnüffelte sie lange. Dann hob sie ihn für später auf. Man weiß ja nie.

Pippa fand eine große gefaltete Toga an einem Haken. Sie war weiß und weich wie eine Wolke. Pippa kratzte mit einer Pfote am Stoff. Weich, weich, weich. Sie kletterte hinauf. Rauf, rauf, rauf. Sie kroch in den weichen Falten umher. Sie setzte sich ganz oben hin und schaute über das ganze Zimmer. Alles war still. Alles war ruhig. Nur sie und die große weiße Toga.

Tassetass, tassetass. Jetzt ging Pippa weiter zu den warmen Räumen. Die Luft wurde wärmer. Wärmer und wärmer. Es roch nach warmem Stein und altem Holz. Und es stieg Dampf auf, ein bisschen, wie weiche weiße Wolle. Pippa blies aus. Huu. Ihr Atem war im Dampf zu sehen. Huu, huu. So seltsam. So schön.

Der große Baderaum. Pippa blieb am Rand stehen. Das warme Wasser lag ganz still. Es war blau und tief und ruhig wie ein Schlaf. Pip, pip. Pippa tippte mit einer Pfote ins Wasser. Warm! Warm, warm, warm. Sie zog die Pfote zurück. Sie sah sie an. Sie tippte wieder ins Wasser. Immer noch warm. Warm und weich und wunderbar.

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