Das schläfrige Bärenkind
Erzählt auf Schwedisch, Englisch, Norwegisch
Mitlese-Text auf Deutsch, Englisch, Schwedisch, Norwegisch, Dänisch, Finnisch und Spanisch.
Erzählt auf Schwedisch, Englisch, Norwegisch
Mitlese-Text auf Deutsch, Englisch, Schwedisch, Norwegisch, Dänisch, Finnisch und Spanisch.
Tief im Wald, unter einer alten Tanne mit langen Zweigen, lag eine große, warme Bärenhöhle. Die Höhle roch nach Erde und Moos und weichem Fell. In der Höhle wohnte ein kleines Bärenkind, das Bruna hieß. Ihre Mama schlief tief. Ihr kleiner Bruder schlief. Ihre kleine Schwester schlief. Alle Bären im ganzen Wald schliefen. Alle außer Bruna. Nur Bruna war wach.
Vor der Höhle fiel der Schnee leise. Flocke um Flocke, langsam, langsam. Der Wind flüsterte in den Zweigen. Schhh, schhh. Es war jetzt Winter. Und Winter bedeutet für Bären einen langen, langen Schlaf. Einen ganzen Winter mit geschlossenen Augen. Einen ganzen Winter mit warmen Träumen. Aber Bruna konnte nicht schlafen. Sie drehte sich hierhin. Sie drehte sich dorthin. Etwas fehlte. Etwas Weiches und Warmes.
Sie wusste, was es war. Es war Omas Decke. Die alte Wolldecke, die Oma vor langer, langer Zeit gewebt hatte. Sie war grün wie Moos im Frühling. Sie war weich wie eine kleine Wolke. Sie hatte kleine Muster auf sich, wie Blumen und Sterne. Bruna schlief immer mit Omas Decke. Immer. Aber jetzt war sie weg. Sie konnte sie nirgendwo sehen.
Bruna rieb sich mit den Pfoten die schläfrigen Augen. Wo konnte die Decke sein? Sie schaute nach rechts. Keine Decke. Sie schaute nach links. Keine Decke. Sie schaute hinauf zur Decke aus Erde und Wurzeln. Auch dort keine Decke. Sie sah nur schlafende Bären und weiche dunkle Schatten. 'Ich muss suchen', flüsterte sie zu sich selbst, ganz leise. 'Ich muss überall in der Höhle suchen.'
Vorsichtig, ganz vorsichtig schlich Bruna vorwärts. Sie wollte Mama nicht wecken. Sie wollte die Geschwister nicht wecken. Ihre kleinen Pfoten machten fast überhaupt keinen Laut. Tapp, tapp, tapp. Leise, leise, leise. Sie ging zu einem großen Haufen Tannenzweige in einer Ecke. Dort legte Mama immer Dinge ab, die aufbewahrt wurden. Vielleicht, vielleicht lag die Decke dort?
Bruna hob einen Zweig hoch. Vorsichtig. Keine Decke. Nur Nadeln. Sie hob noch einen. Noch vorsichtiger. Keine Decke. Nur mehr Nadeln. Sie hob einen dritten Zweig hoch und fand einen vergessenen Zapfen. Sie fühlte den Zapfen an. Der Zapfen war ziemlich weich. Aber gar nicht so weich wie Omas Decke. Gar nicht. Bruna legte den Zapfen zurück und seufzte ein kleines, kleines Seufzen.
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