Der Affenkönig leiht sich das Meer

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Vor langer Zeit, auf einem Berg voller Pfirsichbäume und weicher Wolken, lebte ein kleiner Affe namens Sun Wukong. Sein Fell war golden wie das Herbstlicht, und seine Augen waren so neugierig wie zwei kleine Laternen. Während die anderen Affen Mittagsruhe hielten, saß Sun Wukong da und blickte zum Himmel. Dort schwebte eine Wolke, hoch und weiß und rund, und er wollte so gern hinaufkommen. Doch die Wolke war weit weg, und seine Beine waren kurz. 'Ich brauche etwas, woran ich mich stützen kann,' flüsterte er zu sich selbst.

Eine alte Schildkröte, die sich an einem Teich sonnte, hörte den Affen. 'Wenn du etwas Feines und Starkes suchst,' sagte sie langsam, 'das findet man im Östlichen Meer. Dort wohnt der Drachenkönig in einem Palast aus Perlmutt. Er ist alt und weise und freundlich, und er besitzt viele wundersame Schätze.' Sun Wukong setzte sich auf. Das Östliche Meer! Er hatte das Meer noch nie gesehen. Nur den Wind davon flüstern gehört, wenn er aus dem Osten kam und nach Salz und Tang roch.

Sun Wukong dankte der Schildkröte und machte sich auf nach Osten. Er sprang über Bäche, kletterte über Hügel und folgte dem Wind, bis der Boden bergab führte und die Luft salzig schmeckte. Da sah er es: ein großes, blaues, atmendes Meer. Die Wellen rollten an den Strand wie weiche, weiße Schafe. Sun Wukong setzte sich in den Sand und staunte. Das Meer war größer als alle Berge, die er je gesehen hatte.

'Wie kommt man hinab in den Palast des Drachenkönigs?' fragte Sun Wukong laut. Da stieg ein silbergrüner Fisch aus einer Welle. Er hatte Augen wie kleine Monde. 'Der Drachenkönig erwartet nur höfliche Gäste,' sagte der Fisch. 'Sage dem Meer deinen Namen und verbeuge dich, dann öffnet es den Weg.' Sun Wukong stand auf, verbeugte sich tief vor den Wellen und sagte: 'Ich heiße Sun Wukong, und ich komme in Frieden.' Da wurde das Wasser still, und eine lange Treppe aus blauem Stein zeigte sich unter der Oberfläche.

Vorsichtig stieg er die Treppe hinab. Das Seltsame war, dass er nicht nass wurde. Eine weiche, warme Luftblase begleitete ihn wie ein unsichtbarer Mantel. Um ihn herum schwammen Fische in allen Farben des Regenbogens. Da war eine Schildkröte, die eine Perlenlaterne auf dem Rücken trug, und ein Seepferdchen, das mit kleinen, höflichen Nicken folgte. 'Willkommen, kleiner Gast,' sagte das Seepferdchen sanft.

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