Kintaro und das Bärenjunge

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Hoch oben auf dem Berg Ashigara, wo die Zedern dicht standen und das Moos so weich wie eine grüne Decke war, lebte ein Junge namens Kintaro. Sein Haar war lang und schwarz, und er trug einen roten Haragake, ein kleines Stoffbrustlätzchen, das um den Bauch gebunden wurde. Die Leute im Tal nannten ihn den Goldenen Jungen, denn er war stark und warm wie die Sonne selbst.

Kintaro war allein im Wald mit seiner Mutter aufgewachsen, und die Tiere des Berges waren seine besten Freunde geworden. Das Reh mit den sanften Augen kam, wenn er rief. Die Affen schwangen sich von den Ästen herab. Die Hasen hoppelten aus dem Farn hervor. Und die Bärin, groß und zottig, ließ ihn ihr Fell streicheln, als wäre sie ein Kissen.

Eines Morgens, als der Nebel noch wie eine weiche Decke über dem Wald lag, ging Kintaro mit seiner kleinen Axt über der Schulter den Bach entlang. Er wollte Kastanien für seine Mutter holen. Da hörte er ein leises Geräusch hinter einem Stein. Es klang, als würde jemand ganz leise schluchzen.

Kintaro legte die Axt nieder und schaute vorsichtig hinter den Stein. Dort saß ein kleines Bärenjunges, so klein, dass es zwischen zwei Farnen Platz fand. Sein Fell war braun und zerzaust, und in den Augen glitzerten Tränen. An seiner Pfote klebte eine Kastanienschale, und es wusste nicht, wie es sie loswerden sollte.

'Hab keine Angst', sagte Kintaro sanft und ging in die Hocke. 'Ich heiße Kintaro. Darf ich dir helfen?' Das Bärenjunge blinzelte. Es hatte noch nie einen Jungen gesehen, doch die Stimme klang freundlich, also streckte es die Pfote aus. Mit vorsichtigen Fingern löste Kintaro die stachelige Schale ab. Das Bärenjunge zog die Pfote zurück und leckte sie.

'Wo ist deine Mutter?' fragte Kintaro. Das Bärenjunge schaute in alle Richtungen und wirkte plötzlich sehr klein. Es stieß ein dünnes kleines Fiepen aus. Kintaro verstand. Er kannte die Sprache der Tiere, denn er hatte ihnen sein ganzes Leben zugehört. 'Du hast dich verlaufen', sagte er. 'Keine Sorge. Wir finden sie zusammen.'

Kintaro öffnete seinen kleinen Korb und holte eine Kastanie hervor, die er schon gepflückt hatte. Er knackte sie mit den Fingern, denn er war stark wie zehn Jungen, und teilte das Innere mit dem Bärenjungen. Der kleine Bär kaute langsam und schloss vor Wohlbehagen die Augen. Als er fertig war, rieb er seine Schnauze an Kintaros Knie.

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