Die drei Kamelbrüder

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Weit fort, wo der Sand wie ein goldenes Meer wogt, lebten drei junge Kamele. Sie waren Brüder und hießen Karim, Tarek und Hadi. Karim war der älteste und hatte ruhige, kluge Augen. Tarek war der mittlere Bruder und trug stets ein kleines Glöckchen um den Hals, sodass man ihn schon von Weitem kommen hörte. Hadi war der jüngste, mit weichem Fell und einem leicht plumpen Höcker, auf den er stolz war. An diesem Abend brachen sie zu einer Reise auf, denn ihre Großmutter Sitti Layla hatte Geburtstag, und sie wohnte an der Oase hinter den Dünen.

Jeder Bruder trug ein Geschenk bei sich. Karim hatte einen Korb voller honigweicher Datteln, die er selbst am frühen Morgen gepflückt hatte, als der Tauhimmel noch zartrosa war. Tarek trug eine blank polierte Messinglaterne, die leise an seiner Seite klimperte, wenn er ging. Und Hadi, der jüngste, trug eine kleine gewebte Decke in weichen Erdfarben. Er hatte sie selbst gewebt, langsam und geduldig, und die Kanten waren ein wenig ungleichmäßig, doch das störte ihn nicht. Die Decke war warm, und das war es, was zählte.

Die Sonne sank hinter die Dünen und zog einen langen, ruhigen Schatten über den Sand. Die Luft, die den ganzen Tag heiß wie ein Backofen gewesen war, begann fast augenblicklich kühler zu werden. Das ist der Zauber der Wüste: die Hitze bleibt noch eine Weile im Sand, sodass die Polsterfüße warm haben, während der Wind über den Rücken bereits von der Nacht zu flüstern beginnt. Karim atmete tief ein und sagte: 'Jetzt ist es Zeit zu gehen. Bevor die Sterne zahlreich werden, schaffen wir es.' Tarek schnaubte fröhlich, pfff, und sein Glöckchen klingelte einen kurzen, hellen Ton. Hadi nickte still und spürte die Decke auf seinem Rücken, wie eine weiche Hoffnung. Er sah ein letztes Mal zu seiner Mutter hinüber, die am Bergrand stand und ihm ruhig zublinzelte. 'Sei lieb zu deinen Brüdern,' hatte sie am Morgen gesagt. Damit würde Hadi nicht die geringste Mühe haben. Und so begannen die drei Kamelbrüder ihre Wanderung.

Der Sand war noch weich und warm unter ihren breiten Polsterfüßen. Die Brüder gingen eine Weile schweigend, denn so ist es in der Wüste zur Dämmerung: alles wird ruhiger. Man hört den eigenen Atem, und man hört den Wind, der einen Finger über die Kämme der Dünen zieht. 'Hört,' flüsterte Hadi. 'Es klingt, als sänge der Sand.' Karim lächelte. 'Das tut er. Vater sagte immer, die Wüste singt, wenn sie abends die Kühle trinkt.' Tarek atmete tief ein und spürte, wie der heiße Tag in eine milde, blaue Nacht überging.

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