Urashima Taro, der Fischerjunge
Erzählt auf Schwedisch, Englisch, Norwegisch
Mitlese-Text auf Deutsch, Englisch, Schwedisch, Norwegisch, Dänisch, Finnisch und Spanisch.
Erzählt auf Schwedisch, Englisch, Norwegisch
Mitlese-Text auf Deutsch, Englisch, Schwedisch, Norwegisch, Dänisch, Finnisch und Spanisch.
Vor langer, langer Zeit lebte in einem kleinen Fischerdorf namens Mizu-no-ye an der Küste Japans ein junger Fischer mit Namen Urashima Taro. Sein Vater war vor ihm Fischer gewesen, und Urashima hatte das ganze Geschick seines Vaters geerbt und beinahe noch das Doppelte dazu. Niemand in der ganzen Gegend fing an einem einzigen Tag so viele Bonitos und Tais wie er. Doch nicht wegen seiner Geschicklichkeit war er am bekanntesten. Es war wegen seines freundlichen Herzens. Nie in seinem ganzen Leben hatte er etwas Lebendiges verletzt, weder Großes noch Kleines, und als er klein war, hatten die anderen Kinder ihn oft ausgelacht, weil er sich nie daran beteiligen wollte, Tiere zu quälen.
An einem weichen Sommerabend war Urashima nach einem langen Tag auf dem Meer auf dem Heimweg. Da erblickte er eine Schar Kinder unten am Strand. Sie schrien und stießen sich und sahen sehr aufgeregt aus. Als er näher kam, sah er auch, weshalb: sie quälten eine Schildkröte. Ein Junge zog sie hierhin, ein anderer dorthin, ein dritter schlug ihren Panzer mit einem Stock, und ein vierter hämmerte mit einem Stein darauf. Urashima tat es im Herzen weh. 'Hört zu, Jungen,' sagte er ruhig, 'ihr behandelt die arme Schildkröte so übel, dass sie bald sterben wird.' Doch die Kinder kümmerten sich nicht darum. 'Sie gehört uns,' sagte der Älteste. 'Wir haben sie selbst gefangen.'
Urashima dachte einen Augenblick nach. Dann lächelte er die Jungen an und holte ein paar Kupfermünzen aus seinem Gürtel. 'Ihr seid bestimmt nette Jungen,' sagte er. 'Wollt ihr die Schildkröte nicht mir verkaufen? Mit diesem Geld könnt ihr euch allerlei Schönes kaufen, viel schöner als eine alte Schildkröte.' Die Jungen sahen auf die Münzen, und ihre Gesichter wurden weicher. Sie waren nicht böse, nur schelmisch, und Urashimas freundliche Stimme gewann sie ganz für sich. 'Gut, Ojisan,' sagte der Anführer und reichte die Schildkröte hinüber. Urashima gab ihnen die Münzen und nahm das Tier vorsichtig in den Arm. Die Jungen rannten mit einem fröhlichen Schrei davon, und der Strand wurde wieder still, so still, dass er die Wellen flüstern hören konnte.
Behutsam strich Urashima über das Schild der Schildkröte und sprach beruhigend mit ihr. 'Du armes kleines Wesen,' sagte er. 'Man sagt, der Kranich lebe tausend Jahre, doch die Schildkröte zehntausend. Du hast das längste Leben aller Geschöpfe, und die Jungen hätten es dir beinahe genommen. Jetzt setze ich dich dorthin zurück, wo du hingehörst. Pass gut auf dich auf, beim nächsten Mal kommt vielleicht niemand vorbei.' Er trug die Schildkröte hinaus auf die glänzenden Steine am Strandrand und ließ sie ins Wasser gleiten. Sie wandte sich noch einmal um und sah ihn mit klugen, freundlichen Augen an. Dann verschwand sie lautlos in der blauen Tiefe. Urashima wandte sich heimwärts durch den Abend, müde und zufrieden, ohne zu ahnen, was die Schildkröte ihm zurückgeben würde.
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